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Ratgeber Kaminofen

Kurz gesagt
  • Erlaubt sind nur Brennstoffe nach § 3 der 1. BImSchV, die Ihr Ofen laut Hersteller verträgt – meist trockenes Scheitholz und Holzbriketts.
  • Seit 01.01.2025 müssen auch Öfen mit Typprüfung bis 21.03.2010 die Bestandsgrenzwerte nachweislich einhalten – sonst nachrüsten, austauschen oder stilllegen (Ausnahmen beachten).
  • Anzünden von oben, Luft anfangs voll auf, nur die erlaubte Menge nachlegen.
  • Rauch ist verlorene Energie: Trockener Brennstoff und genug Luft sind die beste Rußvorsorge.
  • Heizkosten vergleichen: Heizkostenrechner.

Zulässige Brennstoffe nach 1. BImSchV

Welche Brennstoffe in Kleinfeuerungsanlagen verbrannt werden dürfen, regelt § 3 der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV). Zusätzlich gilt immer die Freigabe des Ofenherstellers – beides muss erfüllt sein.

BrennstoffZulässig?Hinweis
Naturbelassenes Scheitholz (Nr. 4)jaHolzfeuchte unter 25 %
Holzbriketts, Holzpellets (Nr. 5a)jaPresslinge aus naturbelassenem Holz mit den in Nr. 5a genannten Qualitätsanforderungen; Pellets nur in Pelletgeräten
Braunkohlebriketts (Nr. 1–3)je nach Ofennur wenn vom Hersteller freigegeben
Reisig, Zapfenjaals naturbelassenes Holz
Lackiertes, beschichtetes, imprägniertes HolzneinSchadstoffe
Spanplatten, OSB, Paletten mit BehandlungneinLeime, Beschichtungen
Papier, Karton, Zeitungenneinkein zulässiger Brennstoff; zum Anzünden Anzündwürfel/Zündwolle
Hausmüll, Kunststoffneinverboten, Bußgeld

Pelletgeräte dürfen nur mit Pellets betrieben werden; Holzbriketts gehören nicht hinein. Offene Kamine dürfen nach § 4 Abs. 4 der 1. BImSchV nur gelegentlich betrieben werden.

Brennstoffe im Detail: Holzbriketts, Brennholz, Pellets.

1. BImSchV Stufe 2: Grenzwerte und Fristen

Für Einzelraumfeuerungen (Kaminöfen, Kachelöfen, Heizkamine) gelten Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid. Neue Öfen müssen seit 2015 die Stufe 2 einhalten. Für Bestandsöfen gelten Übergangsfristen nach dem Datum auf dem Typschild:

Datum auf dem TypschildFrist (ohne Nachweis/Ausnahme)
bis 31.12.1974 oder ohne Datum31.12.2014
01.01.1975 – 31.12.198431.12.2017
01.01.1985 – 31.12.199431.12.2020
01.01.1995 – 21.03.201031.12.2024
Stufe 2 (ab 2015)StaubCO
Kaminofen (Raumheizer)0,04 g/m³1,25 g/m³

Die Fristen betrafen Öfen ohne Nachweis der Bestandsgrenzwerte (0,15 g/m³ Staub, 4 g/m³ CO); dann waren Nachrüstung, Austausch oder Außerbetriebnahme nötig. Ausnahmen nach § 26 Abs. 3 u. a. für Grundöfen, offene Kamine, nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen unter 15 kW und Öfen, die die einzige Wärmequelle einer Wohnung sind (§ 26 Abs. 3). Den Nachweis kann eine Herstellerbescheinigung oder eine Messung durch den Schornsteinfeger liefern.

Ob Ihr Ofen betroffen ist, sagt Ihnen Ihr bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger bei der Feuerstättenschau. Nachrüsten ist mit zugelassenen Staubfiltern möglich.

Richtig anzünden und heizen

Das Umweltbundesamt empfiehlt das Anzünden von oben, sofern die Bedienungsanleitung es zulässt. Die Flamme brennt dann von oben nach unten ab, die entstehenden Gase ziehen durch die Flamme und verbrennen sauberer.

  • Asche soweit nötig entfernen, eine dünne Schicht darf bleiben (Herstellerangabe).
  • Zwei bis drei größere Scheite unten, darauf Anfeuerholz kreuzweise, obenauf eine Anzündhilfe.
  • Anzünden und Tür schließen; die Luftschieber so einstellen, wie es die Geräteanleitung für die Anzündphase vorsieht.
  • Im weiteren Abbrand die Luft nach Anleitung regeln – die Luftführung unterscheidet sich je nach Bauart.
  • Nachlegen, wenn nur noch Glut ohne Flamme da ist.

Anzündhilfen ohne Petroleum: Anfeuerholz, Zündwolle, Bio-Anzündwürfel, Stabfeuerzeug.

Am Rauch erkennen, ob es passt

Bei richtiger Verbrennung ist das Abgas über dem Schornstein nahezu unsichtbar, allenfalls leicht bläulich-weiß. Dunkler, gelblicher oder stark riechender Rauch deutet auf feuchten Brennstoff, zu wenig Luft oder Überladung.

Auflagemenge: wie viel auf einmal?

Maßgeblich ist die in der Bedienungsanleitung genannte Brennstoffmenge je Auflage (in kg) und das Nachlegeintervall. Die Nennwärmeleistung in kW ist keine Mengenangabe. Überladen führt zu Überhitzung, beschädigt Schamotte, Dichtungen und Scheibe und kann den Schornstein gefährden.

Beispiel: Ein 7-kW-Ofen mit 80 % Wirkungsgrad setzt pro Stunde rund 7 ÷ 0,8 ≈ 8,75 kWh Brennstoffenergie um. Bei Briketts mit 5 kWh/kg sind das etwa 1,75 kg pro Stunde, bei Buchenholz mit 4 kWh/kg rund 2,2 kg. Die zulässige Auflage laut Hersteller hat trotzdem Vorrang.

Holzbriketts sind energiedichter als Scheitholz. Wer vom Scheitholz umsteigt, sollte deshalb anfangs weniger auflegen.

Wie viel Brennstoff daraus über einen ganzen Winter wird, schätzt der Heizkostenrechner aus Ihrer Wärmemenge – samt Reichweite Ihres Vorrats.

Ruß, Glanzruß und Schornsteinbrand

Ruß entsteht durch unvollständige Verbrennung: zu feuchtes Holz, zu wenig Luft, zu kalter Brennraum. Besonders gefährlich ist Glanzruß – eine teerartige, glänzende Schicht im Schornstein, die sich entzünden kann (Schornsteinbrand mit über 1.000 °C).

  • Vorsorge: trockener Brennstoff, ausreichend Luft, kein Schwelbrand über Nacht.
  • Entrußerpellets können lockere Ablagerungen im Rahmen der Pflege mindern, ersetzen aber keine Kehrung.
  • Bei Verdacht auf Glanzruß: Ofen nicht weiter betreiben, Schornsteinfeger verständigen.
  • Bei Schornsteinbrand: 112 anrufen, Luftzufuhr schließen, niemals mit Wasser löschen (Dampfexplosion).

Sicherheit: Abstände, CO-Melder, Asche

  • Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien laut Typschild einhalten (häufig 80 cm im Strahlungsbereich vor der Tür).
  • Funkenschutzplatte vor dem Ofen auf brennbarem Boden (mindestens 50 cm nach vorne, 30 cm seitlich).
  • Kohlenmonoxid-Melder im Aufstellraum empfiehlt sich; CO ist geruchlos.
  • Asche in einem nicht brennbaren Behälter mit Deckel auf nicht brennbarem Untergrund und fern von Brennbarem aufbewahren; Glutnester halten sich mehrere Tage. Erst vollständig erkaltet entsorgen.
  • Entsorgung nach Vorgabe Ihres Entsorgers (meist Restmüll); nicht pauschal als Gartendünger verwenden.
  • Ablufthaube plus raumluftabhängiger Ofen: Gefährlichen Unterdruck durch ein abgestimmtes Sicherheitskonzept ausschließen (z. B. Verriegelung oder Drucküberwachung) – mit dem Schornsteinfeger klären.

Ofentypen und welcher Brennstoff passt

„Kaminofen“ wird umgangssprachlich für viele Feuerstätten verwendet. Für die Brennstoffwahl ist der genaue Typ wichtig:

FeuerstätteTypische BrennstoffeBesonderheit
Kaminofen (Raumheizer)Scheitholz, Holzbriketts, ggf. Braunkohleschnelle Wärme, Auflage nach Anleitung
Kachelofen / GrundofenScheitholz, teils Brikettsgroße Speichermasse, einmal kräftig heizen
Heizkamin / KamineinsatzScheitholz, HolzbrikettsEinbau mit Verkleidung, Luftführung beachten
Pelletofennur Pelletsautomatische Zufuhr, Strom nötig
HolzvergaserkesselScheitholz, Briketts nur mit FreigabeZentralheizung, Pufferspeicher
Offener KaminScheitholznur gelegentlich, geringe Wärmeausbeute

Die Brennstoffe, für die Ihr Gerät geprüft ist, stehen auf dem Typschild und in der Bedienungsanleitung. Was dort nicht genannt ist, gehört nicht hinein – auch wenn es nach 1. BImSchV grundsätzlich zulässig wäre.

Wirkungsgrad und warum er Geld spart

Der Wirkungsgrad gibt an, welcher Anteil der Brennstoffenergie als Wärme im Raum ankommt. Alte Öfen liegen oft bei 50–60 %, moderne Kaminöfen bei 75–85 %. Der Rest geht mit dem Abgas durch den Schornstein. Ein Teil davon ist unvermeidbar, damit der Schornstein ausreichend Zug hat und nicht versottet.

Beispiel: Für 5.000 kWh Wärme im Raum braucht ein Ofen mit 60 % Wirkungsgrad 8.333 kWh Brennstoff, ein Ofen mit 80 % nur 6.250 kWh – also rund ein Viertel weniger Holz oder Briketts.

Den Wirkungsgrad im Alltag bestimmen Sie mit: Ein überladener oder mit gedrosselter Luft betriebener Ofen erreicht die Werte vom Prüfstand nicht. Welche Kosten sich daraus für Ihren Verbrauch ergeben, zeigt der Heizkostenrechner.

Pflege über das Jahr

  • Vor der Saison: Dichtungen an Tür und Scheibe prüfen, Schamotte auf Risse ansehen, Rauchrohr kontrollieren.
  • In der Saison: Asche regelmäßig leeren, Scheibe kalt mit feuchtem Tuch und etwas Asche reinigen.
  • Nach der Saison: Brennraum gründlich reinigen, Luftschieber leicht geöffnet lassen, damit keine Feuchte kondensiert.
  • Termine des Schornsteinfegers laut Feuerstättenbescheid einhalten.

Schornsteinzug und Wetter

Ein Kaminofen braucht Unterdruck im Schornstein, damit Verbrennungsluft nachströmt und Abgase abziehen. Der Zug entsteht durch den Temperaturunterschied zwischen warmem Abgas und kalter Außenluft. An milden, windstillen Tagen oder bei Inversionswetterlagen ist der Zug schwächer: Der Ofen zieht schlecht an, und beim Öffnen der Tür kann Rauch austreten.

  • Nur anheizen, wenn der sichere Abgasabzug gewährleistet ist; tritt Rauch in den Raum aus, nicht weiterheizen und die Ursache klären lassen.
  • Tür beim Nachlegen langsam öffnen, erst einen Spalt, dann ganz.
  • Dichte Häuser: Luftzufuhr sicherstellen (externe Verbrennungsluft oder raumluftunabhängiger Ofen).
  • Dauerhaft schlechter Zug ist ein Fall für den Schornsteinfeger – etwa bei zu kurzem oder zu großem Querschnitt.

Umstieg von Scheitholz auf Holzbriketts

Briketts sind trockener und dichter als Scheitholz. Sie brennen etwas langsamer an, geben dann aber viel Wärme ab. Beginnen Sie mit weniger Briketts als Sie Scheitholz auflegen würden, und tasten Sie sich an die richtige Menge heran. Luftschieber so einstellen, dass die Flammen hell brennen. Sorten und Formen: Ratgeber Holzbriketts.

Hilfreich ist außerdem ein Blick auf die Scheibe: Bleibt sie über längere Zeit sauber, stimmen Zug, Luftzufuhr und Brennstoff meist. Verrußt sie schnell, ist das ein frühes Warnsignal – lange bevor sich Ablagerungen im Schornstein bemerkbar machen.

Auch der Brennstoff beeinflusst den Zug: Feuchtes Holz kühlt das Abgas ab und schwächt den Zug zusätzlich. Mit trockenem Holz oder Briketts erreicht das Abgas schneller die nötige Temperatur.

Faustregel: 1 kg Holzbriketts mit 5 kWh/kg ersetzt energetisch etwa 1,25 kg trockenes Buchenholz mit 4 kWh/kg.

Typische Fehler

  • Luft zu früh drosseln – Schwelbrand.
  • Papier oder Karton als Brennstoff.
  • Überladen mit Briketts.
  • Feuchtes Holz „nur mal eben“.
  • Asche in Kunststoffeimer.

Häufige Fragen

Wie oft kommt der Schornsteinfeger?

Kehrung und Überprüfung richten sich nach dem Feuerstättenbescheid; bei Kaminöfen meist ein- bis zweimal jährlich.

Warum wird die Scheibe schwarz?

Meist zu feuchtes Holz, zu wenig Luft oder Scheibenspülung geschlossen.

Darf ich nachts glimmen lassen?

Nur im Rahmen der Herstellerangaben. Starke Luftdrosselung führt zu Schwelbrand und Ruß.

Muss ich einen neuen Ofen anmelden?

Ja, beim bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger vor der Inbetriebnahme (Abnahme).

Darf ich bei Feinstaubalarm heizen?

Das kann regional unterschiedlich geregelt sein: Einzelne Städte schränken den Betrieb von Komfortöfen bei Feinstaubalarm ein. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde bzw. Ihrem Schornsteinfeger.

Wie heiß wird ein Kaminofen?

Im Brennraum mehrere hundert Grad, an der Außenseite je nach Bauart über 200 °C. Kinder und Haustiere mit einem Schutzgitter fernhalten.

Wie entsorge ich Holzasche?

Erst vollständig erkaltet – Glutnester können sich mehrere Tage halten – nach den Vorgaben Ihres Entsorgers, meist über den Restmüll. Als Gartendünger oder auf den Kompost besser nicht: Holzasche ist stark alkalisch und kann Schwermetalle enthalten.

Brauche ich einen Rauchmelder im Ofenraum?

Die Rauchmelderpflicht richtet sich nach der Landesbauordnung (vor allem Schlafräume, Kinderzimmer, Flure). Für Kohlenmonoxid empfiehlt sich zusätzlich ein CO-Melder, da Rauchmelder CO nicht erkennen – und umgekehrt.

Quellen und Stand

  • 1. BImSchV §§ 3, 4, 25, 26 (gesetze-im-internet.de/bimschv_1_2010).
  • Umweltbundesamt: Ratgeber „Heizen mit Holz“ (umweltbundesamt.de).
  • Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV): Hinweise zu Einzelraumfeuerstätten.
  • Artikelangaben brennstoffe-saarland.de.

Produktdaten und Preise: Artikeldaten brennstoffe-saarland.de, automatisch erzeugt am 27.09.2026. Maßgeblich ist der Preis im Artikel zum Bestellzeitpunkt. Weitere Ratgeber: Holzbriketts · Holzpellets · Brennholz · Lagerung · Übersicht: Wissenswertes.

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Fachlich verantwortlich: Stefan Eckert, Geschäftsführer, Mühle Eckert GmbH (Tholey/Illingen) · Stand: 27.09.2026 · Impressum · Über uns

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